Bergmannstraße 102-103

Die in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts errichteten Mietshäuser der Bergmannstraße 102/103 wurden 1996 von der von Herrn Otto-Constantin Wisskirchen geleiteten Wertbau AG saniert.

Die drei- bzw. viergeschossigen Vorderhäuser (inkl. der Seitenflügel) und die zwei im Hof gelegenen, 1910 errichteten fünfgeschossigen Hinterhäuser mit Fabriketagen und einem Gewerbehof (z.B. Maschinenbau, Kfz-Werkstatt, Silberwarenfabrik) gestalteten die Architekten Horn und Schädler schrittweise in großzügige Wohnungen, Läden und Räume für Dienstleister (Sportstudio, Supermarkt, Praxisräume) um.

Vorher
Nachher

Städtebaulich bildet die Fassadengestaltung mit modernen Fensterkonstruktionen und weit ausschwingenden Kupferdächern einen Blickpunkt in der perspektivischen Straßenlinie. Die übrige Gestaltung mit großzügiger Gestaltung in Fensterbändern über die gesamte Fassade, bieten einen hohen Wärme- und auch Schallschutz zur Straßenseite. Fenster und Türen lassen sich seitlich aufschieben.

Die Wohnungen sind in einem großflächigen, loftartigen Wohnraum zum Innenhof  sowie in kleinere Räume zur Straßenseite gegliedert. Der Blick aus dem Fenster fällt auf die gegenüberliegenden reizvollen Backsteinindustriegebäude am Tempelhofer Berg.

 

 

Die neugeschaffenen Wohnungen werden durch einen Aufzug in einem Turm erschlossen. Dieser, zwischen den beiden Einfahrten, frei im Hof befindliche Aufzug erzielt seine skulpturale Wirkung durch die schiffsförmige, die Länge  betonende Grundform.

 

 

Die Fassaden der Häuser, im Krieg ihrer Stuckverzierung beraubt, wurden in moderner und eigenständiger Weise behandelt: Die Fenster erhielten einen hervorstehenden Glaskasten, der formal durch die überstehende Frontscheibe die Größe der alten Stuckumrandung aufnimmt und funktional einen Wintergarten entstehen ließ, der sowohl der Klimatisierung und als Lärmschutz für die dahinterliegenden Räume dient.

 

Die Fassade ist sehr glatt verputzt, und dann, in einer historischen Vorbildern entsprechenden Weise, in einer Wischtechnik gestrichen worden. Hierfür wurden die im Klassizismus gebräuchlichen Farben rot und blau verwendet.



Im Hof, der von dem großen alten Fabrikgebäude, mit Berliner Pfeifenköpfen gefliest, gerahmt wird, wurde die alte Remise wieder zu neuem Leben erweckt. Wegen der schlecht erhaltenen Bausubstanz war ein Neubau unumgänglich. Das Gebäude erhielt außerdem ein weiteres Stockwerk. Die Fassadenverkleidung erfolgte mit Stahlblechtafeln, die den industriellen Charakter des Gebäudes betonen.

 

Bei der geplanten Nutzung der Remise als Café ist es so möglich, während der warmen Jahreszeit die Räume zum Hof hin weit zu öffnen. Von der Terrasse der Remise aus zur angrenzenden Brandmauer ist ein Steg errichtet, der dem Innenhof eine besondere Atmosphäre gibt.